Corona und digitales Engagement - Was jetzt möglich ist

Corona und digitales Engagement - Was jetzt möglich ist

In Zeiten der Corona Krise sitzen wir zu Hause vor dem Bildschirm und können nichts tun. Stimmt das?

Erstmal: Es ist absolut legitim sich um seine Familie, Arbeit und die eigene mentale Gesundheit zu kümmern oder, wenn man privilegiert genug ist, endlich die Serien und Bücher durchzuarbeiten, die schon immer auf der endlosen Liste an Dingen standen, die man irgendwann mal in seinem smarten Gerät angelegt hat. 

Wenn man trotzdem den inneren Drang verspürt sich zu engagieren und das Glück hat, sich nicht um die eigene Existenz sorgen zu müssen (gesundheitlich oder ökonomisch), dann gibt es auch von zu Hause Möglichkeiten sich digital zu engagieren.

Was kannst du tun? Hier habe ich sieben Möglichkeiten gesammelt:

1) Vernetzung mit der Nachbarschaft

Kümmere dich um die Menschen die dir physisch am nächsten sind: deine Nachbarinnen und Nachbarn. Gibt es Menschen die Unterstützung brauchen, weil sie zur Risikogruppe gehören? Muss für sie eingekauft werden, oder mit ihrem Hund spazieren gegangen werden? Lege eine Telegram-Gruppe an oder gib älteren Nachbarinnen und Nachbarn deine Telefonnummer (alles bitte nicht persönlich, sondern z.B. als Zettel). Finde heraus, ob du etwas tun kannst um die Nachbarschaft zu unterstützen. Glaube mir, es fühlt sich gut an zu wissen, dass man von vielen Menschen umgeben ist, die einen unterstützen würden, falls es notwendig ist. Es gibt auch ein soziales Netzwerk, dass sich um die Nachbarschaft dreht: nebenan.de 

2) Kümmer dich um deine Freundinnen, Freunde und deine Familie

Ein wichtiger Faktor für mentale Gesundheit ist das soziale Miteinander. Der Austausch in Krisen und Extremsituationen mit anderen und das Teilen von der eigenen Belastungssituation ist extrem wichtig. Für dich selbst, aber auch für andere. Soziale Isolation ist ein sehr bedrohlicher Zustand für viele Menschen, der nicht nur zu psychischen Krankheiten führen kann, sondern diese auch verschlimmert. Gibt es Menschen in deinem Umfeld von denen du länger nichts mehr gehört hast? Sind Freunde plötzlich ungewöhnlich still und unkommunikativ? Oft merkt man Menschen Drucksituationen aber überhaupt nicht an. Frage nach wie es anderen geht. Gehe auf Menschen zu, natürlich nur digital! Der Stammtisch der einmal in der Woche statt findet, kann auch in einem Skype- oder Zoom-Call neue Facetten zeigen. Ein gemeinsames Mittagessen oder Kaffeetrinken geht auch vor dem Bildschirm. Zusammen alleine zu sein rettet Leben!

3) Spenden

Solltest du in der privilegierten Situation sein, von zu Hause arbeiten zu können und von den extremen Einschränkungen nicht betroffen zu sein, gibt es zahlreiche Möglichkeiten dich bequem von zu Hause aus finanziell zu engagieren.

Vor allem Menschen in Ländern die extrem von der Corona-Krise betroffen sind, wie Italien und Iran, benötigen unsere Solidarität und Hilfe. Generell kannst du auf betterplace.org und gofundme.com Personen und Organisationen finden, die deine Unterstützung brauchen.

Für Italien und Iran habe ich ein paar Links sammeln können:

Italien. 

Unsere europäischen Nachbarn brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können. Jeden Tag sterben hunderte von Menschen an der Überlastung des Gesundheitssystems in Italien.

- Milano

- Puglia

- Basilicata

- Napoli

Generell braucht das Rote Kreuz Italien finanzielle Unterstützung. Gerne auch selber nochmal recherchieren und kommentieren wo man am besten spenden kann.

Iran. 

Der Iran ist international auf Grund der politischen Situation im Land von möglichen Hilfestellungen isoliert. Das Regime verschweigt die hohen Zahlen an Corona-Infektionen im eigenen Land um sich selbst zu retten und nimmt das Leben von Millionen von Iranerinnen und Iranern in Kauf. Die Zahl der Corona-Infektionen ist nach Schätzungen fünf mal so hoch wie die offiziellen Zahlen. Die Sterberate ist ebenfalls höher, auf Grund der fehlenden Versorgung durch medizinischen Hilfsmitteln. Die Trump-Regierung hat die Sanktionen auch in der Corona-Krise nicht gelockert und sorgt dafür, dass die Menschen an Corona sterben, obwohl sie gerettet werden könnten. Es gibt wenige Sozialsysteme die, die Krise auffangen könnten.

Um die Notsituation genauer zu verstehen, verlinke ich hier den Artikel der deutschen Welle. Es wird von bis zu 3,5 Millionen möglichen Toten in der Zukunft gesprochen. Momentan werden Massengräber ausgehoben, die mit Satelliten aus dem Weltall zu sehen sind. Unterstützen kann man hier:

Moms Against Poverty

- Ventilator Machines for Iran Hospitals

- Isfahan Krankenhaus

- Unemployed People Support

- Online Performance Festival

Gerne ergänzen.

4. Deine Stimme geben

#LeaveNoOneBehind ist eine Online-Kampagne in der sich Menschen für die Menschen einsetzen die durch jedes Netz der Unterstützung fallen und unsere Solidarität am dringendsten benötigen. Darunter fallen vor allem die Geflüchteten in den Lagern auf der griechischen Insel Lesbos und an der türkischen Grenze. Die Kampagne kannst du auf change.org mit deiner Stimme unterstützen. Den Link findest du hier.

5. Deine Rechenpower zur Verfügung stellen

#HackingCorona: Es gibt die Möglichkeit die Rechenkapazitäten deines Computers oder Laptops zur Verfügung zu stellen um Corona, oder andere Krankheiten wie Krebs zu bekämpfen und Wirkstoffe zu ermitteln. Mit dem sogenannten Folding kann deine Rechenkapazität einen wichtigen Beitrag leisten. Mehr Informationen bei HackingCorona

Einen Link der dies erklärt findest du hier.

Der Link zum Folding von foldingathome.

Man kann sich auch anmelden und Teams zusammenstellen. Mein Team hat die Nummer: 1204383

6. Unterstütze soziale Organisationen mit deinen Fähigkeiten

Seit 2015 kannst du bei youvo.org deine kreativen und digitalen Fähigkeiten in klar abgesteckten Projekten einsetzen, um soziale Organisationen zu unterstützen ihre Arbeit besser und effektiver zu gestalten. Von dem Design einer Corporate Identity oder eines Flyers bis hin zur Gestaltung und Umsetzung einer Landing-Page ist alles mit dabei. Über 5000 Digitalexpertinnen und Kreative, sowie über 500 Organisationen sind schon dabei. Hier bin ich nicht ganz unbefangen, da ich den sozialen Verein und die Plattform in meiner Universität mit gegründet habe und bis jetzt Vorstand bin.

7. Unterstütze dein Kino und schaue dir Werbung an

Das Kino ist in Zeiten von Netflix und Co. auch ohne Corona in der Krise. Jetzt droht der Supergau. Um dein lokales Kino zu unterstützen, kannst du online Werbung anschauen und so einnahmen generieren. Den Link findest du hier: #hilfdeinemkino

Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dient nur der Veranschaulichung das auch in der Krise vieles möglich ist. Ich freue mich über deine Ergänzungen und natürlich jedes einzelne Engagement.


Weitere Links aus der Community:

https://helfen-shop.berlin/home/ hier gibt es Gutscheine für Cafes, Bars und lokale Geschäfte um ihnen durch die Krise zu helfen.


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4 Kommentare

  • Tobi, mein ich natürlisch 😋
  • Danke Dir Toni! Hier noch eine Ergänzung: hier kann mein per Gutschein-Kauf die Lieblingscafes und kiez-Läden unterstützen!
    https://helfen-shop.berlin/home/
  • Liebe Sarah,

    tausend Dank! Füge ich sehr gerne hinzu :)

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